Es waren einmal vier muntere Köche am schönen Niederrhein – Axel Airbus, Nobbi Ballack, Manni Ken und Christian Kamp. Die hatten in unmittelbarer Nachbarschaft jeder für sich wunderschöne Wirtshäuser mit wunderschönen Küchen. Dort kochten, brutzelten, dünsteten und backten sie tagein tagaus nach Herzenslust die vorzüglichsten und schmackhaftesten Speisen.
An manchen Tagen jedoch machte ihnen das Kochen so gar keinen rechten Spaß. Da blieben die Gäste aus oder mäkelten über das Essen und die Preise. So verabredeten sich die Vier bei einer guten Flasche Rotwein und klagten sich gegenseitig ihr Leid. „Was nützt es“, jammerte Nobbi mit trauriger Stimme, „wenn ich meine schönen panierten Koteletts zu Spottpreisen verscherbele und davon nicht leben kann?“ – „Und was hab ich davon“, klagte Christian, „wenn die Gäste mein schönes Hähnchen in Rotwein verschmähen, nur weil Manni es nebenan für einen Euro billiger anbietet?“
Alle nickten und versanken in tiefes Nachdenken. Schließlich sagte einer zögernd: „Man müsste …“ – „Genau!“, fiel ihm der andere ins Wort. Dann schwiegen sie wieder und füllten ihre Gläser. „Sollten wir nicht …“, hob endlich der Dritte an – „Sag ich doch!“, rief der Vierte dazwischen. Erstaunt sahen ihn die anderen an, und plötzlich riefen alle wie aus einem Munde: „Etwas essen!“ Aber was? Und vor allem: Bei wem? Waren sie nicht alle gute Köche? Wieder verbreitete sich Ratlosigkeit und füllten sich die Gläser.
Da hob Manni (oder war es ein anderer?) den Kopf und blickte in die Runde: „Könnten wir nicht zusammen etwas kochen?“ – „Zusammen?“, fragte Axel (oder war es ein ande-rer?) zweifelnd, „wie soll das gehen? Viele Köche verderben den Brei.“ – „Wer spricht denn von Brei?“, wandte Christian ein, und Nobbi (oder war es ein anderer?) ergänzte: „Kochen wir doch jeder etwas, das dann erst zusammen ein gutes Essen ergibt – für uns Vier. Und wisst ihr was: Bevor wir uns streiten über wer und was und wie, fragen wir lieber einen unparteiischen Dritten.“
Der Vorschlag fand Beifall, und so gingen sie und holten sich Rat von Roger Achterath in Achterath’s Restaurant in Neukirchen-Vluyn. Und dann kochten sie, jeder das Seine für alle gemeinsam:
Die Zutaten für die Marinade aufkochen und abkühlen lassen. Das Fleisch ca. 12 Stunden darin marinieren.
Nach dem Marinieren das Rinderfilet in vier gleich große (je ca. 200 g) Steaks schneiden, scharf anbraten und unter mehrmaligem Wenden rosa fertig braten.
Auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit Sauce nappieren. Kartoffelknödel und Rotkohl-salat daneben anrichten und mit gehackter Petersilie garnieren.
Schalotten, Rosinen und Korinthen in einem kleinen Topf in wenig Öl leicht anschwitzen. Rotwein, Madeira und den Kalbsfond dazugeben, ebenso das Apfel- und das Rübenkraut, den Underberg und das zerbröselte Schwarzbrot, und alles ca. 10 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce eine sämige Konsistenz erreicht hat. Die Sahne zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer die Sauce etwas säuerlicher mag, kann ihr ein wenig von der Marinade hinzufügen.
Den Rotkohl in eine vorgeheizte Pfanne mit dem Pflanzenöl hineingeben und unter ständigem Rühren ca. 10 Minuten braten.
Die restlichen Zutaten dazugeben und ca. 5 Minuten köcheln lassen. Servieren!
Die Hälfte der Kartoffeln kochen, ausdampfen und durchpressen, die andere Hälfte fein reiben, in einem Tuch gut ausdrücken. Beide Kartoffelmassen mit dem Kartoffelmehl vermischen. Ei und Sauerrahm miteinander vermischen und nach und nach in die Kartoffelmasse hineingeben. Salz und Muskatnuss hinzu, dann die Knödel rollen. Eventuell Brotwürfel in die Mitte einarbeiten. Die Knödel in kochendes Wasser geben und 20 Minuten gar ziehen lassen.
(Die im Rezept verwendeten Markennamen stehen beispielhaft für die zahlreichen Produkte aus unserer Region.)
Es hatte wunderbar geschmeckt. Axel Airbus hob sein Glas und rief in die Runde: „Ist das nicht die Lösung? Wir müssen aufhören, nur unser eigenes Süppchen zu kochen. Wichtig ist doch, dass die Leute überhaupt in UNSERE Wirtshäuser gehen und nicht etwa zur Fastfood-Konkurrenz Mc Goofy, Burger Queen oder wie sie alle heißen.“
Und damit war die Idee der gemeinsamen „WIRTSCHAFTS“-Förderung geboren (die – wie überliefert ist – tatsächlich am Anfang noch „WIRTSHAUS“-Förderung hieß!). Von nun an sprachen sich unsere vier Köche in allen Wirtshaus-Fragen intensiv ab, sei es bei der Gestaltung von Rezepten und Preisen, sei es bei der Spezialisierung auf bestimmte Speisen, und sie engagierten sogar eigens einen Fachmann für Werbung namens Paul König, der unter dem Logo „Wir 4“ ihre Wirtshäuser an den Mann – oder besser gesagt: an den Gast – brachte.
Aber damit nicht genug: Sie entwickelten sogar ein eigenes Rezept für eine gemeinsame Suppe, nämlich das GENENDER ALLERLEI, das in kürzester Zeit ein Riesenhit und weit über die Grenzen des Niederrheins hinaus bekannt wurde.
Heute leben die vier Köche in Ruhe und Wohlstand und erfreuen sich ihrer blühenden Wirtshäuser. Man hört sogar, dass sie derzeit eine gemeinsame Kochschule planen. Es ist nur noch nicht klar, in welches Wirtshaus sie ziehen soll.
Nur manchmal wird die Ruhe der Vier unterbrochen. Denn da gibt es in ihren Familien auch böse Schwiegermütter namens Christa oder Sozia, oder wie sie auch heißen mögen. Die sind immer unzufrieden, zetern manchmal und schimpfen, weil sie meinen, dass ihre Familien nicht genug vom gemeinsamen Kuchen abbekämen.
Aber auch dagegen haben die Vier ein Rezept gefunden: Wenn es zu viel wird, treffen sie sich bei einer guten Flasche … na, Sie wissen schon.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann können Sie – liebe Leser dieses Buches, liebe Freunde des Niederrheins und liebe Hobbyköche – unsere vier Köche ja vielleicht sogar einmal in einem der Wirtshäuser bei einer guten Flasche Rotwein antreffen. Und dann werden sie Ihnen sagen, was sie Ihnen und sich für die
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Bürgermeister Bernd Böing, Neukirchen-Vluyn
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